jersey vs. loudest boom bah yea vs. +/-
sowas passiert selten!
herr kuschler hat mir vor wenigen wochen von der existenz des new yorker trios +/- berichtet, welches mir gänzlich unbekannt war. brav hörte ich im wilden weiten netz mal in deren sachen rein und war begeistert. daraufhin habe ich für zwölf euro fuffzich eine karte für das gestrige konzert im gebäude 9 in köln gekauft. soweit so gut. wäre da nicht die aussage meinerseits auf die frage, ob es denn eine vorband gäbe gewesen, dass vorbands in den meisten fällen eh zeitverschwendung sind und den moment bis zum audiovisuellen glücklichwerden nur unnötigerweise hinauszögern. meistens jedenfalls. die avisierte anheizerkombo für +/- war gestern abend das bis dato mir gänzlich unbekannte kollektiv jersey . naja, wird schon werden. als wir am ort des geschehens ankamen, waren verwirrenderweise am merchandise-stand im bereich von jersey auch platten von der mir wohl bekannten berliner band contriva, die auf ihrem 2000er debut “tell me when” einen meiner absoluten top five songs ever (”stuck”) hervorgebracht haben. hmm. offensichtlich gibt es also eine querverbindung zwischen jersey und contriva. mein herzschlag erhöhte sich gleich mal um diverse schläge und es stellte sich heraus, dass max punktezahl (der kerl, der bei contriva ebenjenen herzensbrecher “stuck” geschrieben und mir somit unzählige schaurig schöne momente verschafft hat) auch bei jersey die gitarre intoniert. so tat es auch gar nicht mehr weh. die vorband konnte nur gut werden! und in der tat, es war feinste “instrumentalmusik mit gesang”. warme, melancholische gitarrenteppiche gepaart mit ein paar elektronischen spielereien sorgten dafür, dass die endorphinausschüttung gar nicht mehr endete. es war so gut, dass ich mir wünschte, die vorband sei der hauptakt und es möge nicht mehr aufhören. naja, die chemie im hirn halt.
zweiter akt. nach jersey sassen dann auf einmal zwei schlagzeuger auf der bühne und die verwirrung vor dieser war gross… noch eine vorband? ein intro für +/-? was ist da los!? nach ca. 3 takten rythmusgehämmere vom feinsten war aber auch das egal, denn was das duo loudest boom bah yea, bestehend aus dem +/- drummer chris deaner (aha!) und karl lundin da hinlegte, war grandios! zwei sehr humorvolle verrückte an ihren schiessbuden, die ausschliesslich mit ebenjenigen und ihren an george kranz erinnernden stimmensoli ein paar songs hinschmetterten, dass es mir fast den unterleib weggerissen hätte. hilfe, ist ein arzt anwesend? deaner musste nach jedem song (oder besser stakkato) sein schlagzeug wieder zusammenbauen, da er es kurz und klein gehauen hatte. was für ein spass! and don’t forget: we have some stuff to sell over there!
dritter akt. +/-. ahja, der scharfschütze chris deaner sitzt auch hier am schlagzeug! na das kann ja heiter werden… ich kannte bis gestern abend ja nur das aktuelle album ”xs on your eyes” des new yorker triumvirates, welches durch elegante elektropopindietronicoderwasweissdennich kompositionen besticht. eine platte, die direkt in mein herz ging, schon beim ersten bis zweiten hören (hier nochmal einen dank an herrn kuschler!). ok, der scharfschütze am schlagzeug, ein mahnisch depressiv aussehender basser in seiner depressiven episode und ein elektrosaitenmalträtierender sänger. wie sollen die denn diesen schönen pop spielen? es wurde sehr schnell sehr schnell und auch sehr laut. ein brett, was einem die ohren anlegte und mich wünschen liess, dass solche bands eigentlich immer on demand im wohnzimmer stehen müssten, da sie live noch um ein vielfaches besser kommen. was ist die steigerung der steigerung? ich weiss es nicht. auf jeden fall wurden herrn deaner schwere steinplatten vors schlagzeug gelegt, da er nach jedem song es nicht nur wieder zusammenschrauben, sondern auch wieder zu sich heranziehen musste… der druck, den die drei jungs da machten, war überwältigend. ein brett, was seinesgleichen sucht! absolute liveempfehlung!!
3 stunden livemusik vom feinsten, hormonausschüttung galore… und das ganz für zwölf fuffzich, was will man mehr!? nur eins: mehr von solchen abenden!
Es war mir eine Ehre … und natürlich freue ich mich, dass Dein ohnehin schon reichhaltig gefüllter Beutel mit Konzerterfahrungen durch meinen Tipp um einen weiteren schönen Gig bereichert werden konnte … ;o)
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